Landkreis schult über 50 Erzieherinnen im „Sprachscreening“
Bildunterschrift:
Dirk Oßwald (Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent) gemeinsam mit 23 Erzieherinnen und der Sprachheilpädagogin Carla Sack
Ziel: Schon im Kindergarten sprachliche Kompetenzen feststellen, um frühzeitig intervenieren zu können– 15 Kindergärten derzeit bei zwei Schulungen dabei
Kinder erwerben die wesentlichen Grundsteine der Sprache in ihren ersten Lebensjahren. Eine gute sprachliche Entwicklung ist die Basis für ihr späteres schulisches und berufliches Leben. Kommen die Kinder mit Sprachdefiziten in die Schule, fällt das Lesen- und Schreibenlernen, aber auch der Unterricht in allen anderen Bereichen erheblich schwerer. Bei 25 Prozent der Schulanfänger im Landkreis ist das noch der Fall, bei Kindern mit Migrationshintergrund sogar in 35 Prozent der Fälle, wie die aktuellen Zahlen der Schuleingangsuntersuchungen 2010 zeigen. „Dagegen wollen wir in Zukunft verstärkt etwas tun, und zwar mit frühem ‚Kindersprachscreening’ - kurz KiSS - bereits im Alter von vier Jahren in den Kindertagesstätten im Kreisgebiet“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald (Freie Wähler), Jugend- und Gesundheitsdezernent des Kreises. Mit Hilfe von KiSS können Erzieherinnen den Sprachstand eines Kindes ermitteln und dann gezielt selbst fördern oder externe Sprachtherapie empfehlen.
KiSS fördert der Landkreis bereits seit 2008. Bisher wurden schon rund 31 Erzieherinnen und Erzieher geschult, die das System an rund 18 Kindertagesstätten bereits einsetzen. Aktuell werden über 23 neue Fachkräfte aus 15 Kitas hinzu kommen, die derzeit und in den kommenden Wochen im Gesundheitsamt des Landkreises am Riversplatz in der Methode des Sprachscreenings geschult werden.
„Gerade die ersten Lebensjahre sind für den Spracherwerb der Kinder von großer Bedeutung. Der Kindergarten bzw. die Kindertagesstätte ist deshalb ein wichtiger Ort für die Kleinen ihre Ausdrucksfähigkeit auszubauen und weiterzuentwickeln. Wenn Erzieherinnen und Erzieher hier geschult sind, können sie früh darauf einwirken, dass Fördermaßnahmen oder Sprachtherapie eingeleitet und sprachliche Defizite ausgeglichen werden und es die Kinder später – etwa in der Schule - leichter haben“, erläutert Sprachheilpädagogin Carla Sack, die im Auftrag des Kreises die Schulung durchführt.
KiSS ist ein systematisches Verfahren zur Überprüfung des Sprachstandes von Kindern und wird von geschulten Erzieherinnen in hessischen Kindergärten und Kindertagesstätten angewendet. „Ziel ist es, die Bildungschancen aller Kinder in Hessen zu verbessern und Entwicklungsrückständen vorzubeugen sowie – falls nötig - Fördermaßnahmen in die Wege zu leiten“, erläutert Oßwald.
Als Voraussetzung, um das KiSS anwenden zu können, müssen Erzieher/innen eine sechsstündige theoretische Schulung, eine zweistündige Praxis begleitende Schulung und eine Zertifizierung durch das Gesundheitsamt durchlaufen.
Oßwald überzeugte sich kürzlich persönlich bei einem Besuch einer Schulung von den vermittelten Inhalten und der Akzeptanz bei den Teilnehmerinnen und dankte ihnen wie auch den Trägern der Kitas für die (freiwillige) Beteiligung an KiSS.
Weitere Schulungen finden voraussichtlich im Winter statt. Infos bei Mona Schindler unter mona.schindler@lkgi.de oder 0641 9390 1401.









