Deeskalationstraining für Vollziehungsbeamte
Mitarbeiter des Landkreises Gießen ließen sich beim Karate-Dojo Lich in Gewaltprävention und Deeskalation schulen
Sie haben alle Hände voll zu tun, die Mitarbeiter der Kreiskasse des Landkreises Gießen, vom Team Vollstreckung, um das Geld säumiger Bürger einzutreiben. Durch stetig sinkende Zahlungsmoral wird der Job nicht gerade einfacher. Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, aber auch Überheblichkeit und Verdruss der Bürger sind tägliches Brot für die Vollziehungsbeamten. Die Reaktionen der Bürger sind entsprechend und reichen von Resignation über wüste Beschimpfungen bis hin zu Androhung von körperlicher Gewalt.
Damit es beim Geldeintreiben der Kreiskasse Gießen möglichst erst gar nicht zu brenzligen Situationen kommt, nahmen einige Bedienstete der Kreiskasse an einer Fortbildungsveranstaltung im Sportzentrum des Karate-Dojo Lich teil. Unter der professionellen Leitung von Sascha Marth (B-Trainer Karate und Polizeikommissar) und Ferdinand Jeske (Physiotherapeut und Stuntman) trainierte man Theorie und Praxis der Deeskalation und Selbstverteidigung.
In der Regel agieren die Vollziehungsbeamten im Außendienst alleine, wenn sie säumige Kunden besuchen. Was also tun, wenn man das Pfandsiegel auf den geliebten Laptop oder das Auto geklebt hat und ein renitenter Schuldner die Beherrschung verliert? Wie verhalte ich mich deeskalierend, wie erkenne ich gefährliche Situationen und wie bereite ich mich richtig auf einen Vollstreckungsauftrag vor?
In der Theorie wurden die Themen Gewaltprävention, Notwehr, Eigensicherung, körperliche Gewalt und deren Hilfsmittel besprochen. Die Praxis gestaltete sich dann sportlich. Mit Übungen zur Abwehr von einfachen körperlichen Angriffen wurden Techniken vermittelt, die es den Bediensteten ermöglichen sollen, unbeschadet den Rückzug antreten zu können.
Denn eines steht bei allem Handeln immer im Vordergrund, die Gesundheit ist wichtiger als der Vollstreckungserfolg.








