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Landkreis und Stadt Hungen starten Modellprojekt

Modell KiGa Hungen

Bildunterschrift:
v.l. Erster Kreisbeigeordneter und Jugenddezernent Dirk Oßwald mit Hungens Erstem Stadtrat Herbert Engel und Bürgermeister Klaus Peter Weber anlässlich der Unterzeichung des Kooperationsvertrages zum Modellprojekt Integration von Kindern mit besonderem erzieherischen Bedarf. Im Hintergrund Gabriele Arnold, Fachdienst Förderung junger Menschen und der Hungener Leiter des Fachbereiches Zentrale Dienste, Dirk Siebert. 
Foto: Kreisverwaltung

Integration von Kindern mit besonderem erzieherischen Bedarf wird verbessert – Oßwald: Richtig und wichtig neue Wege auszuprobieren – Projekt auf drei Jahre angelegt

 

Bei der Integration von Kindern mit besonderem erzieherischem Bedarf in Kindertagesstätten geht der Landkreis Gießen gemeinsam mit der Stadt Hungen einen neuen Weg. Für das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt ist kürzlich ein Kooperationsvertrag unterschrieben worden. Dazu haben sich der Erste Kreisbeigeordnete und Jugenddezernent Dirk Oßwald sowie Gabriele Arnold (Fachdienst Förderung junger Menschen) in den Räumen der Stadtverwaltung Hungen mit  Bürgermeister Klaus Peter Weber, dem 1.Stadtrat  Herbert Engel und dem Hungener Leiter des Fachbereiches Zentrale Dienste, Dirk Siebert, getroffen. Das Modell sieht vor, dass der Landkreis seiner Pflicht bei den Hilfen zu Erziehung in einzelnen Familien durch die Übernahme von rund 66 Prozent der Personalkosten für eine zusätzliche Erzieherin gerecht wird. Die restlichen 33 Prozent der Personalkosten werden von der Stadt Hungen getragen. Bisher finden „Hilfen zur Erziehung“ immer nur direkt in den Familien oder in separaten Jugendhilfeeinrichtungen wie Tagesgruppen oder Heimen statt. Das neue am Konzept in Hungen ist, dass die erzieherischen Hilfen künftig in einer Kindertagesstätte stattfinden, in die die betroffenen Kinder gehen. Bewältigt wird der zusätzliche Aufwand durch eine zusätzliche Erzieherin mit besonderer Qualifikation.

      

Der Landkreis Gießen sichert gleichzeitig eine fachliche Beratung und Begleitung des Kindergartenteams zu. Damit ist sichergestellt, dass bei weiteren Defiziten unverzüglich gehandelt werden kann.

 

„Wir möchten mit dem Modell erreichen, dass Kinder mit einem besonderen erzieherischen Bedarf auf der einen Seite eine spezielle fachgerechte Betreuung erfahren. Auf der anderen Seite findet diese – fast unbemerkt von den Kindern und ihren Altersgenossen – im täglichen, gewohnten Umfeld des Kindergartens statt“, erklärte Oßwald. Schnelles Handeln bei neuen auftretenden Defiziten kann dabei  Schlimmeres vermeiden. „Unser Ziel ist es aber  auch, dadurch neben dem positiven erzieherischen Effekt die ansonsten  rasant ansteigenden Kosten in dem Bereich der „Hilfen zur Erziehung“  in den Griff zu bekommen, was durch diese Gruppenmaßnahme deutlich gegenüber Einzelhilfen erreicht wird. Ich bedanke mich bei den Vertretern der Stadt Hungen für die Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren“, sagte der Jugend- und Sozialdezernent des Kreises.

 

Bürgermeister Weber fügte hinzu, dass die Stadt Hungen hierbei gerne eine  kreisweite Vorbildfunktion übernehme. „Mit dem Modellprojekt werden die Interessen der Einrichtungen, der Eltern, der Kinder und des Landkreises als Kostenträger optimal vereinbart“, erklärte Gabriele Arnold. Die Entwicklung der Kinder werde bedarfsgerecht in der Einrichtung begleitet. Die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern soll helfen, eine Benachteiligung der Kinder zu vermeiden. So erhalten nicht nur die Kinder, sondern die ganze Familie in ihrem Lebensumfeld die Unterstützung die sie brauchen, um ihre Alltagssituation bewältigen zu können.