Budgetmodell bei Integrationsbetreuung erfolgreich
Bildunterschrift:
vl. Matthias Spangenberg, Gerhard Greilch (Fachbereich Jugend und Soziales beim Landkreis Gießen), Maren Müller-Erichsen (Lebenshilfe Gießen), Erster Kreisbeigeordenter und Sozialdezernent Dirk Oßwald, Hiltrud Hoffmann (Verein zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderung) im Anschluss an die Vorstellung der Ergebnisse des Modellprojektes zur Erbringung von Leistungen zur Integrationsbetreuung in Form eines Budgets.
Oßwald: bessere Leistungserbringung erreicht - Fortsetzung und Ausbau an der Sophie-Scholl-Schule beschlossen - finanzielle Vorteile für den Landkreis gegeben
Die Budgetierung der Leistungen zur Integration von Schülerinnen und Schülern mit einem Handicap, die vom Landkreis Gießen im letzten Schuljahre als bundesweites Modellprojekt an der Sophie-Scholl-Schule erprobt worden ist, wird von alle Beteiligten als großer Erfolg bewertet. Der Kreisausschuss hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, die Budgetierung der Integrationshilfen an der Sophie-Scholl-Schule dauerhaft fortzusetzen und auszuweiten sowie an der Martin-Buber-Schule einzuführen. Am 26.10.2010 hat der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dirk Oßwald gemeinsam mit Maren Müller-Erichsen (Lebenshilfe Gießen), Hiltrud Hoffmann (Verein zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderung), Matthias Spangenberg und Gerhard Greilich (Fachbereich Jugend und Soziales beim Landkreis Gießen) die Erfahrungen des Modellprojektes vorgestellt. „Das Budgetmodell hat im Schuljahr 2009/2010 Praxistauglichkeit bewiesen, betonte Dirk Oßwald.
Das Antrags- und Bewilligungsverfahren für Erziehungsberechtigte mit behinderten Kindern ist beim Budgetmodell deutlich einfacher. Aufwendige Untersuchungen beim Gesundheitsamt verbunden mit großem Verwaltungsaufwand und Klageverfahren beim Landkreis gehören der Vergangenheit an. „Beim Budgetmodell ist der Kontakt zwischen dem Verein als Anstellungsträger der Integrationshelfer, der Schule und den Eltern enger geworden. Das Konzept bietet uns bessere Möglichkeiten, die Integrationshelfer den individuellen Bedürfnissen der betroffenen Schülerinnen und Schüler anzupassen sowie die Helferinnen und Helfer optimal einzusetzen“, erklärte Hiltrud Hoffmann und fügte hinzu „beispielsweise können wir jetzt auf den individuellen Integrationsbedarf bei Ausflügen und Klassenfahrten ohne aufwendiges Antragsverfahren reagieren.“
„Für den Landkreis ergibt sich eine deutliche Verbesserung im Kosten- Leitungsvergleich. Angesichts der angespannten Haushaltssituation in den Kommunen eine deutliches Plus für das Budgetmodell“, so Dirk Oßwald. „Die Integrationshilfe für Schülerinnen und Schüler mit Handicap beruht auf gesetzlicher Grundlage. Der Landkreis Gießen gehört im bundesweiten Vergleich bei den Hilfen zur Bewältigung des Schulalltags zu den federführenden Kommunen.
Angesichts der Situation in den öffentlichen Kassen wird es immer wichtiger, mit dem vorhandenen Budget bewusst umgehen. Dieses Ziel ist mit dem Budgetmodell erreicht worden“ betonte Maren Müller-Erichsen.
Matthias Spangenberg führte gemeinsam mit Gerhard Greilich aus, dass mit dem Budgetmodell ein transparentes, rechtssicheres Verfahren entwickelt worden ist, dass zu deutlich mehr Zufriedenheit aller Beteiligten beiträgt.
„Das Budgetmodell gewährt jedem ein Stück mehr Freiraum und fordert gegenseitiges Vertrauen. Das einjährige Modellprojekt hat gezeigt, dass die Erwartungen erfüllt worden sind und sich alle Seiten die Fortführung des Projektes wünschen“, erklärte Dirk Oßwald abschließend.
Hintergrund
Schülerinnen und Schüler mit Behinderung können aufgrund ihres Handicaps nicht ohne zusätzlichen personelle Unterstützung unterreichtet werden. Integrationshelferinnen und Integrationshelfer betreuen die jungen Menschen je nach Grad ihrer Einschränkung während des Unterrichtes. Integrationshilfen werden vom Landkreis Gießen im Rahmen der Eingliederungshilfe gewährt. Bisher ist aufgrund einer Untersuchung beim Gesundheitsamt der Umfang der Integrationshilfe festgelegt worden. Anstellungsträger für die Integrationshilfen ist der Verein zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen. Dieser ist im Auftrag des Kreises tätig und erhält dafür eine Personalkostenerstattung.









