Dezernent Fricke beeindruckt von Sprachheilklasse in Grünberg
Bildunterschrift:
v.l. Marissa Thiel, Leiterin der Sprachheilklasse der Grundschule am Diebesturm, Anja Peppler, Schulleiterin der Grundschule am Diebesturm in Grünberg und der hauptamtliche Kreisbeigeordnete, Schul- und Baudezernent Siegfried Fricke anlässlich der Besichtigung der neuen Räume für die Sprachheilklasse an der Grundschule in Grünberg.
Foto: Kreisverwaltung
Erfolgreiches Verzahnungsprojekt von Grundschule und Kindergarten – Sprachentwicklungsverzögerung verbucht steigende Tendenz – Entgegenwirken wichtig für Entwicklung der jungen Menschen
In der Wissenschaft ist unumstritten, dass die Sprachkompetenz eine entscheidende Bedeutung für den Schulerfolg darstelle. Ein erfolgreicher Schulabschluss ist eine wesentliche Voraussetzung für die berufliche Entwicklung der jungen Menschen in unserer Gesellschaft. „Ich begrüße es, dass die Grundschule am Diebsturm in Kooperation mit den Grünberger Kindergärten die Sprachkompetenz der Vorschulkinder in Grünberg in der Phase der Vorbereitung auf die Schule intensiver fördern möchte. Von den neu gestalteten Räumlichkeiten für die Sprachheilklasse bin beeindruckt. Es ist für mich ein Beweis, dass die Mittel der Förderprogramme des Landes und der Bundesregierung gut angelegt sind und direkt bei den Kindern ankommen“, erklärte der hauptamtliche Kreisbeigeordnente, Schul- und Baudezernent Siegfried Fricke.
Der Landkreis Gießen hat Grundschulen und Kindergärten im Zusammenhang mit der Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplanes und den bereitstehenden finanziellen Mitteln aus den Investitionsprogrammen zur intensiveren Kooperation aufgerufen. Auf Initiative von Marissa Thiel, seit elf Jahren Leiterin der Sprachheilklasse der Grundschule am Diebsturm und Marita Keller, Leiterin des Kindergartens Rondell, ist ein gemeinsames Verzahnungsprojekt zur Sprachförderung von Vorschulkindern entstanden.
Die Stadt Grünberg und der Landkreis Gießen haben aus Mitteln der Investitionsprogramme die notwendigen Räumlichkeiten in neuem Glanz erstrahlen lassen. Vorausgegangen war eine halbjährliche Probephase, in der Marissa Thiel die Vorschulgruppe der Rondellis zwei Stunden pro Woche ehrenamtlich im Kindergarten unterrichtete. Das Pilotprojekt war von Erfolg gekrönt und einer Fortsetzung stand nichts im Wege. „Ich hoffe, dass wir die gemeinsame Sprachförderung von Kindern der Grundschule und der Grünberger Kindergärten als festes Angebot hier in Grünberg etablieren können“, erklärte Anja Peppler, Leiterin der Grundschule am Diebsturm.
Zielgruppe der Sprachförderung sind Vorschulkinder mit deutscher Muttersprache, bei denen im Rahmen eines Screenings sprachliche Auffälligkeiten meist in Verbindung mit Lernschwierigkeiten deutlich geworden sind. Weiterhin werden Kinder gefördert, die Deutsch als Zweitsprache sprechen und nach Förderdiagnostik auffällig geworden sind.
„Der Schwerpunkt der sprachheilpädagogischen Tätigkeit liegt in der präventiven Arbeit, die nun durch die frühzeitige Verzahnung von den Kindergärten und der Grundschule gewährleistet ist“, erklärt Marissa Thiel.
Aufgrund von gesellschaftlichen Veränderungen haben nach wissenschaftlichen Erkenntnissen etwa 15 bis 20 Prozent der Schulanfänger eine Sprachentwicklungsverzögerung. „Sprachprobleme bei Kindern haben steigende Tendenz. Deshalb finden Initiativen wie das Verzahnungsprojekt der Grundschule mit dem Kindergarten meine volle Unterstützung. Wir müssen das Ziel verfolgen, dass Sprach- und Kommunikationsprobleme vor der Einschulung erkannt und angegangen werden“, erklärte Siegfried Fricke. „Eine gute Sprache schafft Selbstbewusstsein, Sicherheit und Unabhängigkeit und ist eine der besten Voraussetzungen für beruflichen Erfolg im späteren Leben“, erläuterte Anja Peppler abschließend.








