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Sechs Kindergärten für ihren Einsatz im Rahmen einer hessenweit angelegten Erhebung ausgezeichnet. EKB Oßwald: Es soll ein Qualitätssiegel werden, das hoffentlich bald überall hängt.

KISS Gruppenfoto 01.2012

Der Erste Kreisbeigeordnete Dirk Oßwald (l.) übergab sechs KiSS-Siegel an verschiedene Kindergärten im Landkreis. Sie sollen zeigen, dass die Einrichtungen auf eine einwandfreie Sprachentwicklung ihrer Kinder Wert legen.

KISS Oßwald schrauben 01.2012

Marita Keller und Dirk Oßwald haben das KiSS-Siegel gleich am Gebäude der Kita am Rondell in Grünberg angeschraubt. Carla Sack (r.) begleitet das Projekt als Sprachexpertin des Gesundheitsamts.

Für eine rechtzeitige Erkennung von Sprachproblemen bei Kindern

 

Sechs Kindergärten für ihren Einsatz im Rahmen einer hessenweit angelegten Erhebung ausgezeichnet. EKB Oßwald: Es soll ein Qualitätssiegel werden, das hoffentlich bald überall hängt.

 

Grünberg/Landkreis Gießen. Das Siegel mit den lachenden Kindergesichtern soll zum Qualitätsmerkmal der Kindertagesstätten im Landkreis Gießen werden, wünscht sich Gesundheitsdezernent Dirk Oßwald. Gemeinsam mit Kindergartenleiterin Marita Keller hat er am Dienstag den ersten KiSS-Schriftzug im Landkreis am Gebäude der Kita am Rondell im Grünberg angebracht. Fünf weitere hat er bei einer kleinen Dankesfeier übergeben.

 

KiSS steht für „Kindersprachscreening“ und meint ein Projekt des Hessischen Sozialministeriums, das die sprachliche Entwicklung von Vier- bis Viereinhalb-Jährigen untersucht, um mögliche Schwierigkeiten rechtzeitig zu erkennen und den betroffenen Kindern Unterstützung durch Logopäden oder Ärzte zukommen zu lassen. „Die sprachliche Entwicklung ist ungemein wichtig. Nicht nur für die Bildung ist es notwendig, dass Kinder gut sprechen und sich ausdrücken können, sondern auch auf sozialer Ebene spielt Sprache als Verständigungsmittel eine entscheidende Rolle. Deswegen setzen wir als Gesundheitsverwaltung uns dafür ein, KiSS möglichst flächendeckend umzusetzen, um den Kindern im Kreis einen guten Start ins Leben zu ermöglichen“, sagte Dirk Oßwald.

 

Sein Dank galt den Erziehrinnen, die die standardisierte KiSS-Untersuchung selbst in ihren Einrichtungen durchführen. Im gewohnten Umfeld und im Gespräch mit ihnen vertrauten Personen zeigen die Mädchen und Jungen ihre tatsächlichen sprachlichen Fähigkeiten – anders als möglicherweise in einer Praxissituation bei einem Arzt. Seit September 2008 wurden deswegen immer wieder Erzieherinnen aus dem Kreisgebiet geschult, um den KiSS-Test durchführen zu können. Derzeit sind 19 Einrichtungen aktiv, seit Einführung vor drei Jahren wurden im Landkreis Gießen 528 Kinder mit dem KiSS-Verfahren untersucht.

 

Dabei werden sowohl einsprachig als auch mehrsprachig erzogene Kinder in die Analyse miteinbezogen. das Ergebnis: Insgesamt sind gut Dreiviertel der Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung unauffällig. „Damit stehen wir etwas besser da als im hessenweiten Durchschnitt“, urteilte Dr. Barbara Breitbach als Leiterin des Gesundheitsamts. Denn im Land liegt die Quote der Unauffälligen bei knapp 70 Prozent. Förderbedarf gibt es im Kreis bei knapp 17 Prozent der monolingual erzogenen Kinder und bei der Hälfte der multilingual aufwachsenden Kinder also derer mit Migrationshintergrund oder mehrsprachigem Elternhaus.

 

Welche Möglichkeiten zur Förderung für das jeweilige Kind sinnvoll sind, sprechen die Pädagogen gemeinsam mit der Sprachexpertin des Landkreises, Carla Sack, ab. „Wir überlegen stets gemeinsam, wie es weiter gehen kann und dann kann ich den Eltern auch einen Sprachpädagogen oder einen Kinderarzt vermitteln“, erklärte sie die Vorteile des unabhängigen KiSS-Verfahrens, das einige Mediziner bereits gelobt haben, weil es präventiv wirkt und die Sprachentwicklung fachlich kompetent erfasst.

 

Dezernent Dirk Oßwald betonte abschließend, dass er sich wünscht, dass weitere Kitas im KiSS-Projekt einsteigen würden, zumal die ersten Erfahrungen durchweg positiv seien. Er dankte neben den Erzieherinnen auch den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der beteiligten Kommunen für deren Beihilfe an der Umsetzung des Kindersprachscreenings und zeichnete einige Einrichtungen für deren engagierten Einsatz aus. Neben der Kindertagesstätte „Die Rondelli’s“ in Grünberg auch den Kindergarten „Froschwiese“ in Fernwald-Steinbach, die Kindertagesstätte der AWO in Allendorf/Lda., den Kindergarten „Sonnenschein“ in Grünberg-Lardenbach, die Kindertagesstätte „Regenbogenland“ in Buseck-Beuern und den Kindergarten der AWO in Nordeck-Winnen. Weitere Einrichtungen, die sich beim Sprachscreening beteiligen, werden demnächst ausgezeichnet und bekommen das KiSS-Siegel überreicht, das hoffentlich bald an fast allen Kitas zu sehen sein wird, hofft Oßwald.