Ausweitung der Bau- und Sanierungsmaßnahmen können zu Verzögerungen führen
Fricke: optimale Voraussetzungen für Schülerinnen und Schüler wichtig – Sanierungsmaßnahmen nur durch Ausschöpfen der vorhandenen Fördertöpfe möglich
„Mein Ziel ist es, allen Schülerinnen und Schülern im Landkreis die optimalen Voraussetzungen in Ihrem Schulalltag zu bieten. Die schnelle Umsetzung der notwendigen Bau- und Sanierungsmaßnahmen liegen mir dabei genauso am Herzen, wie das Beseitigen des langjährigen Investitionsstaus an unseren Schulen im Landkreis. Auf Grund der angespannten Haushaltssituation der Kommunen ist es gleichzeitig wichtig, Fördermöglichkeiten des Landes Hessen und des Bundes auszuschöpfen. Auch wenn dies zu einer Verzögerung der Baumaßnahmen, wie unter anderem an der CBES in Lollar geschehen, führen kann“, erklärte der Schul- und Baudezernent Siegfried Fricke am 09.07.2010 gegenüber der Presse.
Der Kreisausschuss des Landkreises Gießen hat im Sommer 2009 entschieden, die ursprünglich vorgesehene Sanierungsmaßnahme am Gebäude C der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) erheblich auszuweiten. Neben der Sanierung des naturwissenschaftlichen Bereiches sowie der Klassenräumen wird der gesamte Gebäudekomplex energetisch dem aktuellen Standard angepasst. Die zusätzlichen Kosten von rund 1,8 Millionen Euro werden aus dem ´INVESTPAKT´, ein Sonderprogramm des Landes Hessen, mit 1,3 Millionen Euro bezuschusst.
Der Landkreis Gießen investiert damit rund 6,5 Millionen Euro in den Gebäudekomplex Haus C der CBES in Lollar.
Die Schule erhält dafür ein Gebäude, das aufgrund von Dämmmaßnahmen an der Fassade und dem Dach, eines kompletten Fensteraustausches und zahlreicher heizungs- lüftungs- und elektrotechnischer Maßnahmen auf den neuesten energetischen Stand gebracht wird. Weiterhin wird die komplette Sanierung des naturwissenschaftlichen Bereiches die Attraktivität dieser Schule steigern. Das Gebäude wird nach Fertigstellung außerdem den neuesten brandschutztechnischen Anforderungen standhalten.
Zu dem Vorwurf, der Landkreis würde im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen „Wegwerfwände“ einbauen, nimmt Mario Rohrmus, Fachbereichsleiter Schule und Bauen wie folgt Stellung: „Gemeint sind Gipskartonständerwände. Dieses Material wird ausschließlich beim Einbau von Trennwänden zwischen den Klassenräumen verwendet. Die doppelte Beplankung aus je 2 x 12,5 cm dicken Bauplatten reicht hierfür völlig aus und erfüllt die Anforderungen im Schulbau bezüglich der mechanischen Beanspruchung, dem Schallschutz sowie dem Brandschutz. Diese Wände besitzen entsprechende Systemzulassungen und werden vom Landkreis Giessen an einer Vielzahl von Schulgebäuden als Sanierungsstandart verbaut.“
Durch die zusätzliche Beantragung der Mittel aus dem ´INVESTPAKT´ konnten die Sanierungsarbeiten an Haus C erst zu Beginn der Sommerferien 2010 begonnen werden. Somit ist mit einer Fertigstellung laut Bauzeitenplan erst zum Schuljahresbeginn 2011/2012 zu rechnen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Bewilligungsbescheid für die im Sommer 2009 beantragte Förderung des Landes erst am 23.11.2009 vorlag. Die notwendigen finanziellen Mittel des Landkreises zu Umsetzung der Baumaßnahmen in Haus C konnten im Nachtragshaushalt 2009 zur Verfügung gestellt werden.
Auf Grundlage des vorliegenden Finanzierungskonzeptes im Dezember 2009 wurden die Entwürfe geändert. Danach erfolgte die Ausführungsplanung in den Monaten Januar bis März 2010. Die sich daran anschließende Erstellung der Leistungsbeschreibung mit dem Vergabeverfahren bis hin zur Auftragsvergabe erfordert einen weiteren Zeitraum von rund 12 Wochen. Der Beginn der Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Haus C ist in Abstimmung mit der Schulleitung auf den Beginn der Sommerferien gelegt worden, um bei der notwendigen Astbestsanierung Gefahren für Schülerinnen und Schüler auszuschließen.
Neben den Sanierungsmaßnahmen in Haus C, wird an der CBES im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms im Haus A die Töpferwerkstatt zu einem Lehrerzimmer umgebaut, aus einem Lagerraum entstehen zwei Elternsprechzimmer, aus dem ehemaligen Fotolabor wird ein Kunstraum. Zudem werden die Toiletten saniert, Büroräume modernisiert und ein zweiter Rettungsweg aus den Klassen durch Fensterumbaumaßnahmen hergestellt. Die Rettungswege im Flurbereiche werden mit Brandschutzdecken ertüchtigt, die Sanitärinstallation einschließlich der Wasserversorgung sowie der Elektroinstallation mit Beleuchtung und Brandmeldeanlage werden komplett erneuert.
Diese gesamten Maßnahmen werden bis zum Ende der Sommerferien 2010 abgeschlossen sein. Der Landkreis investiert hier zusätzlich 650.000 Euro in den Schulstandort Lollar.
Die Zukunft des maroden Hauses D an der CBES ist noch offen. Der Schul- und Baudezernent Siegfried Fricke hat das Ziel, trotz angespannter Haushaltssituation des Landkreises, eine Lösung zum Wohl der Schülerinnen und Schüler der CBES zu finden. Bei den bevorstehenden Haushaltsberatungen für 2011 wird die Politik abwägen, mit welcher Priorität in Zukunft Baumaßnahmen durchgeführt werden.








