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Landrätin Schneider informiert über neues Projekt für schwer vermittelbare junge Leute

Landrätin Anita Schneider informiert in einer Pressemitteilung über die „Vergabe einer Maßnahme zur Ausbildungsvorbereitung benachteiligter Jugendlicher und junger Erwachsener unter 25 Jahren mit Leistungsanspruch nach SGB II“. Einen entsprechenden Antrag von Landrätin Schneider hat der Kreisausschuss (KA) am Montag zustimmend verabschiedet. Der Durchführungszeitraum der Maßnahme erstreckt sich auf die Zeit vom 1. September 2011 bis zum 31. August 2012. Realisiert wird das Projekt in der Umwelt- und Lernwerkstatt „Bahnhof Laubach“ des Internationalen Bundes (IB) in Laubach.

 

Die Realisierung des Vorhabens beginnt mit bei der Motivationsförderung und Hilfe zur Entwicklung von neuen Lernerfahrungen, beinhaltet Angebote der sprachlichen Förderung, ganzheitlich ausgerichtete und lebensweltorientierte Lernprozesse und vernetzt sich zu vielfältigen Kooperationen vor Ort mit Partnern des Arbeitsmarktes, der Jugendhilfe und kommunalen Partnern.

 

Berufsorientierung, Bewerbungstraining, praktische Erprobung in eigenen Werkstätten und Kooperationsbetrieben sowie der Abbau schulischer und sprachlicher Defizite erfolgen mit dem Ziel der Integration in den regulären Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt.

 

Die Zielgruppe sind benachteiligte junge Menschen unter 25 Jahren, die die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben, aus dem Rechtskreis des SGB II, insbesondere: Alleinerziehende mit Migrationshintergrund sowie Aussiedler. Es stehen 18 Plätze zur Verfügung. Für die Gesamtlaufzeit rechnen rechnet man mit Vermittlungen und Übergänge in weiterführende Maßnahmen, sodass rund. 25 bis 30 junge Menschen teilnehmen werden.

 

Die Maßnahme dient der arbeitsmarktorientierten Qualifizierung von jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf. Das Projekt hat zum Ziel, die Voraussetzungen zur Aufnahme eines Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsverhältnisses zu schaffen, als auch die Vermittlung in passende weiterführende schulische sowie berufsqualifizierende Angebote. Die Teilnehmer werden in der Maßnahme unter Einbezug regionale Angebote der Jugendberufshilfe einzelfallbezogen gefördert und beraten. In der Projektarbeit ist eine enge Kooperation mit dem Jobcenter, der Berufsberatung, dem Jugendmigrationsdienst (JMD) und den in der Region angesiedelten Betrieben selbstverständlicher Bestandteil.

 

Qualifizierungsbausteine werden in den Berufsfeldern der Bauberufe, insbesondere der Holztechnik sowie Garten- und Landschaftsbau angeboten.

 

Das Projekt gliedert sich in eine Einführungsphase (Orientierung, und Motivierung) sowie in Grundlagen der Berufsorientierung, Erweiterung der sozialen und beruflichen Kompetenzen, Unterricht und Fachpraxis zur Erlangung von allgemeinen und berufsbezogenen Qualifizierungsbausteinen in der IB-eigenen Werkstatt.

 

Die Vertiefungsphase (Stabilisierung, Vertiefung und Ablösung) beinhaltet Unterricht und die Fachpraxis zur Erlangung von allgemeinen und berufsbezogenen Qualifizierungsbausteinen in der IB-eigenen Werkstatt, externe Praktika und einer Vermittlungsphase nach erfolgreich abgeschlossener Berufsorientierung.

 

Die fachpraktische Beschäftigung wird in den Arbeitsfeldern grüner Berufe (Garten- und Landschaftsbau und Naturschutz) sowie in den Bereichen Holzbearbeitung/Holzverarbeitung und Raumausstattung in Verbindung mit den berufsfeldspezifischen Qualifizierungsmodulen mit unserem Fachpersonal durchgeführt.

 

Theoretischer sowie fachpraktischer Unterricht finden in IB-eigenen Unterrichts- und Werkstatträumen statt, die von der Stadt Laubach mit einem unbefristeten Mietvertrag zur Verfügung gestellt sind. Für die Außeneinsätze steht ein entsprechender Fuhrpark zur Verfügung.

 

Die Praktika (vier Wochen pro Halbjahr) werden in heimischen Betrieben durchgeführt.

Ein weiteres Qualifizierungssegment ist der Unfall- und Arbeitsschutz begleitend über die Gesamtmaßnahme mit Zertifizierung zum Abschluss der Teilnahme. Im Bereich der Umwelterziehung/Umweltpädagogik werden im allgemeinbildenden Unterricht sowie in der Fachpraxis für alle Teilnehmer zeitgemäße Inhalte vermittelt.

 

Im Lerngebiet Medienkompetenz werden im Laufe der Maßnahme Computer- und Softwarekenntnisse erworben mit anschließender Bescheinigung über die Teilnahme und Bewertung der Leistungen.

 

Basisvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration von Migranten sind ausreichende Sprachkenntnisse. Die Teilnehmer dieser Gruppe erhalten eine (berufsbezogene) Sprachförderung zur Stärkung der Sprachkompetenz.

 

Der Internationale Bund (IB) ist mit seinem eingetragenen Verein, seinen Gesellschaften und Beteiligungen einer der großen Dienstleister in den Bereichen Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit in Deutschland. Parteipolitisch und konfessionell unabhängig, helfen bundesweit mehr als 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IB in 700 Einrichtungen und Zweigstellen an 300 Orten jährlich rund 350.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bei der beruflichen und persönlichen Lebensplanung.

 

Im Landkreis Gießen verfügt der IB über weitreichende Erfahrungen in der Jugendsozialarbeit, der Jugendberufshilfe und der Jugendmigrationsarbeit. Durch seine Mitarbeit in regionalen Netzwerken und Gremien trägt er dazu bei, die Zusammenarbeit mit anderen Trägern zu fördern und die Angebote aufeinander abzustimmen. Auch die interne Kooperation der verschiedenen Maßnahmen und Projekte des IB im Landkreis und in Mittelhessen ermöglicht ein hohes Maß an Unterstützung der Teilnehmer1 bei der sprachlichen, beruflichen, schulischen und sozialen Integration.

 

Der IB in Mittelhessen führt seit vielen Jahren Maßnahmen der Berufsvorbereitung, der beruflichen Erstausbildung sowie Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte für junge Erwachsene durch. Ausgehend von den Problemlagen benachteiligter Jugendlicher und junger Erwachsener werden lern- und entwicklungshemmende Faktoren gezielt bearbeitet.