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Rassismus, Girls im Netz und Rhetorik für Schüler

Jugendbildungswerk des Kreises zieht Bilanz und stellt neues Programm vor - Oßwald: „Jugendliche in Entwicklung stärken“

 

Gießen (-). Die Palette für Jugendliche und junge Erwachsene, ehren- und hauptamtliche Fachkräfte der Jugendarbeit  könnte vielfältiger kaum sein: Von Kursen zum Erwerb der Jugendleitercard, Workshops zum Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Fahrten zu Gedenkstätten, ins EU-Parlament nach Brüssel oder in die Hauptstadt Berlin bis zu Internet-Kursen speziell für Jungen und Mädchen reicht das aktuelle Programm des Jugendbildungswerks (JBW) des Landkreises Gießen. Kürzlich tagte der JBW-Verwaltungsausschuss unter Leitung von Jugenddezernent Dirk Oßwald, zog Bilanz und verabschiedete einstimmig die Vorlage für die Angebote von August bis Dezember 2011.

 

Unter Federführung von Ingrid Macht, Teamleiterin der Abteilung Jugendförderung des Kreises, berichteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des JBW dem  Verwaltungsausschuss über die Aktivitäten des ersten Halbjahres 2011 sowie über das Bildungsprogramm  für das zweite Halbjahr.

 

Seit Januar fanden 36 Seminare, Fortbildungen und Projekte wie zum Beispiel ein Fachtag zum Umgang mit ethnisierten Konflikte und Rassismus in der Jugendarbeit, „Girls im Netz“ oder ein Bildungsurlaub zum Thema Jugend und Protest in der DDR und Wendezeit statt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des JBW arbeiteten in zehn regionalen und überregionalen Arbeitskreisen und Gremien, unter anderem dem Arbeitskreis für Jugendarbeit und Jugendbildung im hessischen Landkreis- und Städtetag oder im Arbeitskreis für Sozialarbeit an Schulen im Landkreis Gießen mit.


„Wir möchten mit der Arbeit die Jugendlichen darin stärken, sich gesellschaftspolitisch zu engagieren, ihren Selbstwert zu stärken, die Identität zu fördern und Lebenskompetenzen zu vermitteln“, machte Jugenddezernent Oßwald deutlich.
 
Besonders hervor hob Ingrid Macht den enorm gestiegenen Beratungsbedarf zu Fragen des Jugendmedienschutzes.  Es herrschten große Unsicherheiten auf Seiten von Eltern und Pädagogen bezüglich der Nutzung des Internets.  Entsprechend hoch sei die Nachfrage bei allen Veranstaltungen zum Bereich Medienschutz, wie „Jungen Online“ oder „Girls im Netz“. Insgesamt werden die ausgeschriebenen Veranstaltungen gut frequentiert. Das JBW bzw. die Jugendförderung des Kreises seien insgesamt vermehrt Anlaufstelle für Fragen zu Angeboten für Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis Gießen und man könne über das weite Netzwerk gut weitervermitteln oder beraten.

 

„Auch der Arbeitsbereich ‚Sozialarbeit an Schulen’ hat sich hervorragend etabliert“, teilte der zuständige Jugendbildungsreferent Patrick Amend dem Verwaltungsausschuss mit. Das JBW unterstützt die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter mit Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen und finanziert Projekte, die sie an Schulen durchführen. Bislang konnten 20 Maßnahmen zu verschiedenen Themen wie Erlebnispädagogik, Gewaltprävention oder soziale Trainingseinheiten in 2011 finanziert werden,  zehn weitere sind beantragt.

 

Oßwald machte die Bedeutung der Sozialarbeit an Schulen deutlich, mit der viele Kinder und Jugendliche mit Problemen  optimal erreicht würden, so dass Förder- und Unterstützungsmaßnahmen frühzeitig einsetzen können. „Mit der ‚Sozialarbeit an den Schulen’ sind wir auf einem guten Weg, junge Menschen in ihrer sozialen Entwicklung zu unterstützen und zu fördern. Mit der im Herbst beginnenden Ausweitung auf die ersten acht Grundschulen sind wir hessenweit unter den Landkreisen wieder ganz vorne“, freute sich der Jugend- und Sozialdezernent.

 

Das Bildungsprogramm für das zweite Halbjahr umfasst wieder viele Angebote für Jugendliche, aber auch für Fachkräfte. Wieder im Programm sind etwa die Schulungsmodule zum Erwerb der Jugendleitercard, die Kurse „Jungen Online I–III“, „Girls im Netz“ die Mädchenaktionstage in Hungen, Projekttage gegen Rechtsextremismus oder das Seminar „Einführung in die Arbeit von Schülervertretungen“. Ein Schwerpunkt für Fachkräfte sind die Qualifizierungen zum Schutz bei Kindeswohlgefährdung auch für den Bereich von nebenamtlichen Mitarbeitern. Neu im Programm sind neben weiteren Angeboten das Seminar  „Rhetorik und Präsentation“ für Schülerinnen und Schüler sowie eine Studienreise nach Berlin in den Herbstferien. Das JBW engagiert sich darüber hinaus im Bündnis „Gießen bleibt bunt“. Jugendbildungsreferentin Wiebke Dierkes wird am Tag des geplanten Nazi- Aufmarsches, 16. Juli,  gemeinsam mit anderen Partnern für Jugendliche mit einem Stand in der Innenstadt vertreten sein, beraten und als Anlaufstelle fungieren.

 

Der Verwaltungsausschuss votierte abschließend einstimmig für die Durchführung der vorgeschlagenen Bildungsveranstaltungen. Jugenddezernent Dirk Oßwald lobte die Arbeit der Jugendförderung und sprach dem Team seinen ausdrücklichen Dank für die engagierte Arbeit aus.

 

Des Weiteren informiert die Jugendförderung über den Bildungsurlaub zum Thema „Wohin dreht der Wind? Jugend und Protest in der DDR und Wendezeit“. Dieser wird wie geplant vom 25. bis 29. Juli stattfinden. Bisher sind noch ein paar Plätze frei. Anmeldungen hierzu sowie Informationen über das komplette Programm des Jugendbildungswerkes können unter 0641-93909105 erfolgen bzw. angefordert oder unter www.jugendfoerderung.lkgi.de heruntergeladen werden. Fragen dazu beantwortet Ingrid Macht unter 0641-93909113.