Angebliche Hygienemängel in Uniklinik Gießen: Keine Bestätigung nach Prüfung durch Gesundheitsamt
„Die aktuellen Medienberichte über angebliche durch Personalmangel bedingte Hygienedefizite in Abteilungen des Universitätsklinikums haben wir ernst genommen und umgehend eine Begehung durch unser Gesundheitsamt vorgenommen. Dabei konnten die vorgeworfenen Hygienemängel nicht bestätigt werden“, stellt der Erste Kreisbeigeordnete und zuständige Gesundheitsdezernent Dirk Oßwald mit Erleichterung fest.
In einer Fernsehsendung hatte eine Pflegekraft dem Universitätsklinikum Gießen-Marburg vorgeworfen, durch Personalmangel bedingte Hygienemängel in Kauf zu nehmen. Insbesondere bei der Behandlung von Patienten mit multiresistenten Keimen - zum Beispiel den im Krankenhaus gefürchteten MRSA – würden die vorgegebenen Pflegestandards nicht eingehalten werden können.
Daraufhin erfolgte eine kurzfristig anberaumte Kontrolle durch das Gesundheitsamt als zuständiger Aufsichtsbehörde.
Wie der stellvertretende Leiter Dr. Jörg Bremer, der die Kontrollbegehung selbst vornahm, dazu mitteilt, wurde dabei stichprobenartig überprüft, ob die in den vorliegenden Hygieneplänen enthaltenen Hygienestandards zur Betreuung von MRSA-besiedelten bzw. –infizierten Patienten ordnungsgemäß umgesetzt werden. In besonders infektionsrelevanten Bereichen wurde anhand der Dienstpläne kontrolliert, ob das erforderliche Personal – auch rückwirkend - vorhanden war. Durch Einsichtnahme in die Dokumentation und persönlichen Befragungen verschaffte sich das Gesundheitsamt einen Eindruck von der Umsetzung der Pflegestandards beim Umgang mit multiresistenten Krankenhauskeimen. Darüber hinaus erfolgte Einsichtnahme in die klinikinterne Dokumentation von Infektionen, welche im Krankenhaus erworben und gehäuft auftreten können.
„Wir haben keine Anhaltspunkte für die der Uniklinik vorgeworfenen Hygienedefizite finden können“, stellt Dr. Bremer abschließend als Ergebnis der Kontrollbegehung fest. Das Gesundheitsamt habe den Eindruck gewinnen können, dass das Personal mit Unterstützung der klinikeigenen Hygienefachleute sehr engagiert und kompetent darum bemüht ist, die in den Hygieneplänen vorgegebenen Hygienestandards umzusetzen. Dies erfordere gerade beim Umgang mit Problemkeimen zusätzlichen Zeitaufwand, worauf die Klinikleitung flexibel und angemessen reagiere.
„Dies ist ein gutes Ergebnis“, stellt Gesundheitsdezernent Oßwald abschließend fest. Sollte es dennoch in diesen wie anderen heimischen Kliniken zu Situationen kommen, in denen das Patientenwohl gefährdet scheint, so bittet das Gesundheitsamt um Hinweise. Man sei jederzeit befugt und in der Lage, entsprechenden Hinweisen nachzugehen. Je konkreter diese Hinweise seien, umso eher sei die Überwachungsbehörde in der Lage, den Wahrheitsgehalt zu überprüfen und Maßnahmen zu ergreifen. Infos & Kontakt: 0641-93901417 oder gesundheitsamt@landkreis-giessen.de.








