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Landrätin Schneider schreitet bei Optimierung der Nahverkehrstaktung zur Tat

Appell des Kreisausschusses an Grube – Ziel: Stundentakt auf der Main-Weser-Bahn wieder herstellen – Unmut der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen

 

 

Der Unmut der Bürgerinnen und Bürger des Landkreises über die Fahrplanänderung der Main-Weser-Bahn vom Dezember 2009 hat  Landrätin Anita Schneider als Vorsitzende des Gießener Kreisausschusses zur Tat schreiten lassen. In einem Brief an Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, weist  Landrätin Schneider auf Beschwerden und Proteste der Bahnkunden des Landkreises hin und bittet den Vorstandsvorsitzenden mit dem neuen Fahrplan im Dezember 2010 den Stundentakt und die damit verbundenen Anschlussmöglichkeiten auf der Strecke zwischen Kassel-Frankfurt wieder herzustellen. „Ich freue mich, dass Reisenden seit dem Fahrplanwechsel 2009 von Gießen bequemer nach Zagreb reisen können. Dieser Vorteil darf allerdings nicht auf den Schultern der Bürgerinnen und Bürger ausgetragen werden, die täglich mit dem Zug von Städten und Gemeinden im Landkreis zu ihrem Arbeitsplatz pendeln“, erklärte Landrätin Schneider.

 

Die angebotenen Ersatzverbindungen beispielsweise von Giessen über Frankfurt nach Kassel sind kein wirklicher Ersatz. Sie dauern länger, als wenn der Bahnkunde einfach auf den nächsten Regionalexpress in zwei Stunden wartet.

 

An die Vertreter der Deutsche Bahn  AG und des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) appellierte die Landrätin im Namen des Kreisausschusses nachdrücklich, die Fahrplanänderung rückgängig zu machen oder auf andere Weise dafür zu sorgen, das der ursprüngliche Stundentakt durchgängig wieder hergestellt wird. Ziel dieser Fahrplanänderung muss es sein, die vorhandenen Störungen im Nahverkehr zu beseitigen und die  Anschlüsse in Kassel und Frankfurt im stündlichen Takt zu garantieren.

 

Hintergrund:
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 haben sich Fernverbindungen für Reisende mit dem Start in Gießen verkürzt. So erreicht beispielsweise der Intercity (IC) mit dem Ziel Hamburg die Nordmetropole rund 30 Minuten früher. Der Preis dafür sind nachteilige Veränderungen im mittelhessischen Nahverkehr. Auf der Strecke zwischen Kassel und Frankfurt wird dem IC in beiden Richtungen ein Vorfahrtsrecht eingeräumt. Dadurch kommt es alle zwei Stunden zu einer Verspätung des Mittelhessen-Express um rund 20 Minuten. Das hat zu Folge, dass viele Anschlüsse im Nahverkehr im Landkreis sowie bei den Anschlüssen in Kassel und Frankfurt nicht zeitnah erreicht werden können.