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Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage in der Clemens-Brentano-Europa-Schule in Lollar

Mikroturbine

Landkreis Gießen/Lollar. Spätestens seit dem Beschluss, alle Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten, sind dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) wieder in aller Munde. Wird in den Großkraftwerken knapp zwei Drittel der eingesetzten Energie als Verlustwärme an die Umgebung abgegeben (Kühltürme), wird in kleineren KWK-Anlagen, zwischen 70 und 100 Prozent der Energie genutzt. Gute Standorte sind Liegenschaften, die möglichst ganzjährig einen Wärmebedarf haben wie etwa Krankenhäuser, Pflegeheime oder auch Schulen. Eine beispielhafte Anlage steht bereits seit 2005 in Lollar. Die Clemens-Brentano-Europa-Schule (CBES) eignet sich auf Grund ihrer Größe, der angeschlossenen Sport- und Gymnastikhalle sowie eines Hallenbades hierfür besonders.

 

Bereits seit 1986 lief ein mit Erdgas betriebener umgebauter Automotor 15 Jahre lang als Blockheizkraftwerk. Die Anlage wurde als Pilot- und Demonstrationsvorhaben seitens des Landes Hessen gefördert. Im Jahr 2004 wurde wieder ein Förderantrag für ein Demonstrationsvorhaben gestellt und genehmigt. Diesmal kam eine Mikro-Gasturbine zum Einsatz, die Ende 2005 in Betrieb genommen werden konnte. Gasturbinen sind im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren wesentlich wartungsärmer, laufruhiger und stoßen weniger Schadstoffe aus. Zum Einsatz kommen sie unter anderem in Flugzeugtriebwerken und in mittelgroßen Kraftwerken. Anlagen geringerer Leistung werden nur von wenigen Herstellern weltweit gebaut und wurden erst in den letzten Jahren für KWK-Anlagen genutzt.

 

Die Turbine, die in Lollar eingebaut wurde, kommt aus Amerika und erzeugt eine elektrische Leistung von etwa 25 Kilowatt sowie eine thermische Leistung von rund 65 Kilowatt.
Bei jährlich knapp 6000 Betriebsstunden werden durchschnittlich etwa 140.000 Kilowattstunden Strom und 350.000 Kilowattstunden Wärme erzeugt. Die komplette Anlage kostete circa 92.000 Euro und wurde mit Landesmitteln in Höhe von 35.000 Euro sowie einer Förderung durch die E.ON Mitte AG in Höhe von 3000 Euro bezuschusst. Geliefert und installiert hat sie die Firma E-Quad Power Systems GbR mit Sitz in Herzogenrath.

 

Darüber hinaus betreibt der Landkreis Gießen an der Grundschule in Lollar eine Klein-BHKW-Anlage und hatte in den 90er Jahren Anlagen mit je 100 kW elektrischer Leistung im Hallenbad Pohlheim, in der Gesamtschule Laubach und im ehemaligen Kreiskrankenhaus in Lich installiert. Weitere Anlagen sollen folgen.

 

Für weitere Informationen steht der zuständige Sachbearbeiter des Fachdienstes Bauen der Kreisverwaltung Gießen, Wolfgang Kroll (Tel. 0641/9390-1351), zur Verfügung.