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Der regionalen Geschichte auf der Spur

Denkmalschutz-Heute

Bildunterschrift: Jonas Moll (rechts) lässt sich von Gerold Marondel die verschiedenen Sande erklären, die für ökologische Putze verwendet werden können. Der Schüler wird bei der Fachtagung in Lollar dem Experten zur Seite stehen und auch handwerklich tätig sein.

Schüler der CBES machen sich mit alten Handwerksberufen und denkmalgerechten Baustoffen vertraut. Anlass ist die Tagung „Denkmalschutz heute – leben und wohnen im Denkmal“, zu der der Landkreis Gießen einlädt.

 

Lollar/Kreis Gießen. Denkmäler sind nicht langweilig. Vor allem dann nicht, wenn sie ein Teil der kulturellen und regionalen Identität sind und somit auch zur persönlichen Geschichte gehören. Zu dieser Erkenntnis gelangen alle Schüler der Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) in diesen Tagen, denn sie bereiten sich in Projekten jahrgangs- und unterrichtsübergreifend auf die bevorstehende Denkmalschutztagung vor, zu der der Landkreis Gießen am 28. und 29. Oktober in die Schulräume nach Lollar einlädt.

 

Dass zum Beispiel Lehm als vielseitiger und zugleich natürlicher Baustoff bei der Denkmalsanierung kaum wegzudenken ist, hat der 15-jährige Jonas Moll am Mittwoch (05.10.2011) bei der Firma Maroton in Mainzlar gelernt. Geschäftsführer Gerold Marondel erklärte dem jungen Mann, dass Sand mit einem Tonanteil, so wie er beispielsweise in Treis vorkommt, zu Lehmputz verarbeitet werden kann, ohne dass dafür künstliche Zusätze notwendig sind. Mehr über die Eigenschaften und die Vielseitigkeit des ökologischen Baustoffs wird Jonas Moll bei der Messe, die in seiner Schule stattfindet, erfahren. Dann nämlich darf er dem Experten als Partner über die Schulter schauen und sich selbst ausprobieren.

 

Seine Klassenkameraden indes haben sich am Mittwoch im Holz- und Technikmuseum in Wißmar umgeschaut und dort viel über Holz, seine Entstehung und Verwendung als Baustoff erfahren. Wie ein Schreiner beispielsweise vor 100 Jahren gearbeitet hat und wie dessen Arbeit heute von guten Handwerkern wieder auf Vordermann gebracht werden kann, werden die CBES-Schüler spätestens bei der Fachtagung erfahren und erleben. Schon jetzt aber setzen sie sich im Unterricht immer wieder mit historischen Gebäuden, deren Geschichte und Erhaltung auseinander.

 

Die Clemens-Brentano-Europaschule nutzt den Anlass der anstehenden  Denkmalschutztagung auf ihrem Gelände für die Heranführung der Schüler an klassische Handwerksberufe und Materialien. „Wenn wir schon die Kreishandwerkerschaft im Haus haben, wollen wir auch Kontakte knüpfen und unsere Schüler den Betrieben vorstellen“, sagt Markus Richter als Lehrer, der an der CBES die Hauptschüler betreut. Über solche Mini-Praktika, wie sie während der Ausstellung möglich sind, ist er deswegen sehr froh und vermittelt seine Schützlinge an die unterschiedlichen Gewerke.

 

Denn neben dem Landkreis Gießen und seiner Unteren Denkmalschutzbehörde beteiligen sich auch die Kreishandwerkerschaft sowie Schüler und Künstler an der Denkmalschutz-Fachtagung, die ein umfassendes Bild des vielseitigen Themas „Denkmalschutz“ geben wird.

 

Dabei sollen auch die Hemmschwellen, sich einer betagten Immobilie anzunehmen, abgebaut werden. So werden Experten über Fördermöglichkeiten, Fachwerksanierung, energetische Aspekte, Natursteinmauern und denkmalgerechte Anstriche referieren. „Die öffentliche Informationsveranstaltung räumt mit Vorurteilen auf und bietet praktische Hilfe von der Planung bis zur Durchführung“, verspricht Landrätin Anita Schneider.

 

Eröffnet wird die Messe „Denkmalschutz heute – leben und wohnen im Denkmal“ am Freitag, dem 28. Oktober, um 10 Uhr, es schließen sich Fachvorträge an, bis 18 Uhr ist geöffnet. Auch am Samstag, dem 29. Oktober, ist zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet, der Tagesablauf ist ebenfalls durch mehrere Vorträge gegliedert.

 

Flyer Denkmalschutztagung