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Zwei weitere Rettungswachen und mehr Einsatzstunden

Rettungsdient 02.2012

Bildunterschrift:

Der Landkreis schreibt den Bereichsplan fort und verlängert die Rettungsdienstpläne mit dem Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter Unfall-Hilfe (v.l.): Markus Müller, Horst Jeckel, Landrätin Anita Schneider, Oliver Meermann, Dr. Simon Little, Heiko Hartmann und Marco Schulte-Lünzum. Bild: Landkreis Gießen

Landkreis Gießen verstärkt Rettungsdienst – Neue Standorte in Hungen und Grünberg –Deutsches Rotes Kreuz und Johanniter-Unfall-Hilfe bis 2021 beauftragt

 

Die Menschen im Landkreis Gießen rufen immer öfter den Krankenwagen. Die Einsatzzahlen des Rettungsdienstes steigen seit Jahren an, von 29.724 (2007) auf zuletzt 36.047 im Vorjahr. Der Landkreis Gießen reagiert darauf und erhöht die Zahl der bislang zehn Rettungswachen um zwei weitere in Grünberg und Hungen. Die drei Notarztstandorte bleiben bestehen. Grundlage hierfür ist der sogenannte Bereichsplan. Darin ist die notwendige Infrastruktur für die Erfüllung der Versorgung bei Notfällen geregelt. Dieser Bereichsplan, der alle fünf Jahre aktualisiert wird, ist nun fortgeschrieben worden. Gleichzeitig sind auch die DRK Rettungsdienst Mittelhessen gGmbH (DRK) und der Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH) bis 2021 als Leistungserbringer wieder beauftragt worden.

 

„Wir wollen damit eine langfristige Planungssicherheit ermöglichen“, sagt Landrätin Anita Schneider während der Vorstellung der Neuerungen. Anwesend waren dabei außerdem Markus Müller (Geschäftsführer der DRK Rettungsdienst Mittelhessen gGmbH), Heiko Hartmann (DRK Betriebsleiter), Oliver Meermann (Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.), Marco Schulte-Lünzum (JUH Rettungsdienstleiter) sowie Dr. Simon Little (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Landkreis Gießen) und Horst Jeckel (Sachgebiet Rettungsdienst Landkreis Gießen). Denn getragen werden die Investitionskosten in Rettungswachen und Fuhrpark von DRK und JUH.

 

Nach dem Hessischen Rettungsdienstgesetz (HRDG) sind die Landkreise als Träger des Rettungsdienstes verpflichtet, die bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Leistungen der Notfallrettung sicherzustellen, einschließlich der notärztlichen Versorgung im Rettungsdienst und des Krankentransports. Zu seiner Aufgabenerfüllung gehört auch die Erstellung eines Bereichsplans.

 

Darin festgelegt sind beispielsweise die Notarztstandorte, Zahl und Standorte der Rettungswachen sowie Qualitätskriterien wie Hilfsfristen, Ausstattung der Fahrzeuge mit medizinischen Geräten und Medikamenten. In seiner Sitzung am 20. Dezember hatte der Bereichsbeirat für den Rettungsdienst im Landkreis Gießen einstimmig dem Bereichsplan-Entwurf zugestimmt. Dieser setzt sich zusammen aus Vertretern des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter-Unfall-Hilfe, von Krankenhäusern, Krankenkassen, Ärztlichen Körperschaften sowie dem Rettungsdienstträger Landkreis Gießen. Der Kreisausschuss des Landkreises Gießen beschloss schließlich in seiner Sitzung am 16. Januar die nunmehr fünfte Fortschreibung. Ziel ist es, das bisherige hohe Niveau aufrechtzuerhalten. Die Sollvorhaltung der Rettungsmittel erhöht sich aufgrund der gestiegenen Einsatzzahlen von 2.263,5 Stunden (2006) um 301 Stunden auf nunmehr 2.564,5 Stunden (2012).


Ohne die Errichtung von zwei zusätzlichen Rettungswachenstandorten wäre die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Hilfsfrist von zehn Minuten nicht mehr gewährleistet. Zusätzlich entsprechen die bisherigen Rettungswachen in Biebertal-Krumbach, Rabenau-Londorf, Grünberg und Laubach nicht mehr den heutigen Standards einer Rettungswache. Ein Standortwechsel der DRK Rettungswache in Krumbach nach Rodheim-Bieber wird angestrebt. Die Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes Rabenau-Londorf befindet sich im alten Bahnhof. Diese soll nun innerhalb der Ortslage von Londorf an einen verkehrsgünstig gelegenen Standort verlagert werden. Auch die Rettungswache Laubach selbst entspricht nicht den heutigen Standards. Im Bereich Laubach wird gerade ein geeignetes Grundstück zum Neubau einer Rettungswache gesucht.

 

Die Maßnahmen haben zusammen ein Volumen von mehreren Millionen Euro, das das Rote Kreuz und die Johanniter tragen müssen. Zusätzliche weitere Investitionen etwa in den Digitalfunk oder den Fuhrpark werden für die Leistungserbringer noch vor dem Ende der ursprünglichen Beauftragung zum 31. Dezember 2013 notwendig. „Wir können das hohe Niveau nur mit den seit Jahrzehnten bewährten Strukturen im Rettungsdienst und der guten Zusammenarbeit mit den in unserer Region präsenten Hilfsorganisationen von DRK und JUH halten“, betont Landrätin Schneider.

 

Um den bisher beauftragten Leistungserbringern für diese hohen notwendigen Investitionen eine bessere wirtschaftliche Planungssicherheit für die Zukunft geben zu können, ist eine vorzeitige Verlängerung des Beauftragungszeitraums bis zum 31. Dezember 2021 daher auch für den Landkreis beziehungsweise dessen Bevölkerung von Interesse. Denn dadurch sei das seit 1993 bewährte und gleichzeitig wirtschaftliche Hilfeleistungssystem, das Tag und Nacht die Notfallversorgung und den Krankentransport für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises sicherstelle, auch weiterhin gewährleistet. Die Bescheide werden im März gemeinsam mit dem Landkreis Marburg-Biedenkopf an die Leistungserbringer übergeben.