Fördermittel in Höhe von drei Millionen Euro beantragt
Bildunterschrift:
Von li.: Direktor des Amts für Lehrerbildung Frank Sauerland, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Gießen Dirk Oßwald, Staatsminister Jörg-Uwe Hahn, Erster Kreisbeigeordneter des Wetteraukreises Oswin Veith.
Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn übernimmt Schirmherrschaft
Der Landkreis Gießen hofft auf eine Millionen Euro Fördermittel aus Brüssel. Zusammen mit dem Wetteraukreis und dem Amt für Lehrerbildung haben die Giessener sich darum beworben, insgesamt drei Millionen Euro für drei Jahre zur Förderung von Aktivitäten gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Diskriminierung. Hessens Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn hat jetzt die Schirmherrschaft übernommen, wie dieser Tage während einer Pressekonferenz im Friedberger Kreishaus berichtet wurde. Anwesend waren, neben dem Staatsminister Jörg-Uwe Hahn, der Direktor des Amts für Lehrerbildung Frank Sauerland, der Erste Kreisbeigeordneter des Wetteraukreises Oswin Veith, der Erste Kreisbeigeordneter des Landkreises Gießen Dirk Oßwald.
Ziel ist es, in dem Verbund zwischen dem Landkreis Gießen, dem Wetteraukreis und dem Amt für Lehrerbildung Synergien und die bereits im Wetteraukreis, welche bereits seit 2009 in dem XENOS-Projekt arbeiten, vorhandenen Strukturen zu nutzen. Das Bundesprogramm "XENOS - Integration und Vielfalt" verfolgt das Ziel, Demokratiebewusstsein und Toleranz zu stärken und Fremdenfeindlichkeit und Rassismus abzubauen. Dabei geht es vor allem um präventive Maßnahmen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft.
Mit arbeitsmarktbezogene Aktivitäten sollen Maßnahmen für Toleranz, Demokratie und Vielfalt verbunden werden. Gefördert werden Aktivitäten gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Diskriminierung in arbeitsmarktlichen Handlungsfeldern wie Betrieb, Verwaltung, Ausbildung, Schule und Qualifizierung in Deutschland und in einem europäischen Kontext. Wenn der Antrag Erfolg hat, werden außer den acht Schulen im Wetteraukreis und dem Amt für Lehrerbildung sechs Schulen des Landkreises Gießen von den beantragten drei Millionen Euro partizipieren. Im Mittelpunkt steht dabei der Übergang von Haupt- und Realschülern in den Beruf, Projekte gegen Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.
In der Wetterau wird dieses Programm bereits seit zwei Jahren an sechs allgemeinbildende und einer beruflichen Schule durchgeführt. Um die positiven Erfahrungen weiter durchführen zu können wurde unter Beteiligung des Landkreises Gießen für die 2. Förderrunde ein neuer Antrag gestellt.
Schirmherr und Förderer des neuen Antrags ist der hessische Minister der Justiz, für Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn, der damit deutlich macht, dass ihm dieses Thema ganz besonders am Herzen liegt. Hahn: „Wir wollen jungen Menschen mit Migrationshintergrund Hilfen an die Hand geben, dass sie besseren Zugang finden zur hiesigen Gesellschaft und zum Arbeitsmarkt, dass sie die deutsche Sprache trainieren, dass sie Lesen und Schreiben üben können. Wir wollen – ohne Rücksicht auf Nationalität oder Herkunft - weniger leistungsstarken Schülern Brücken bauen.“
Die Kurse knüpfen an den Ausbildungsstand und die speziellen Fähigkeiten der Schüler an. So werden Foto-Workshops durchgeführt und verschiedene Referate durch die Befragung von Zeitzeugen über den Holocaust erarbeitet.
Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Gießen, Dirk Oßwald, freut sich auf die gemeinsame Zusammenarbeit. „Wir möchten die Ergebnisse und Erfahrungen des Wetteraukreises langfristig in unsere Gesamtstrategie zur Extremismusbekämpfung aufnehmen. Hierzu benötigen wir ein Klima, das offen für Zuwanderung ist. Damit sich auch andere Institutionen und Wirtschaftsunternehmen so engagieren wie der Wetteraukreis, brauchen wir positive Beispiele – und ein solches entsteht gerade hier. Besonders stolz sind wir darauf, dass es uns gelungen ist, das XENOS-Projekt auf der Ebene der Kreisspitze zu etablieren. So wird die Maßnahme auch durch die Unterstützung und die Kooperation der Schuldezernentin, Dr. Christiane Schmal, sowie des Integrationsdezernenten, Dirk Haas, im Landkreis Gießen getragen.“
„Das Amt für Lehrerbildung wird, so dessen Leiter Frank Sauerland, „den Lehrkräften in Hessen Fortbildungsangebote eröffnen, in welchen die XENOS-Themen behandelt werden. Vor allem wird die Lehrerbildung die XENOS-Themen aufnehmen und damit helfen, neue methodische Ansätze zu erarbeiten, die Antworten geben auf die aktuellen Herausforderungen an den Schulen. Durch die Zusammenarbeit mit den Seminaren wird es gelingen, den Schulethos der Ausbildungsschulen stärker auf die XENOS-Themen zuzuschneiden. Kinder mit Migrationshintergrund werden davon ebenso profitieren wie das elterliche Umfeld. Die Erarbeitung und Herausgabe von Lehr- und Arbeitsmaterialien wird diese Arbeiten an den Schulen und Studienseminaren unterstützen.“
„Einer der Schlüssel zur Vermeidung von Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Extremismus ist Bildung. Aber auch ein gelungener Übergang von der Schule in das Berufsleben beugt vor. Kein Jugendlicher sollte die Schule ohne Abschluss verlassen“, so Erster Kreisbeigeordneter Oswin Veith.
Der Antrag von Wetteraukreises, Landkreises Gießen und Amt für Lehrerbildung wird unter anderem durch das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, den Landtagspräsident Norbert Kartmann, das Staatl. Schulamt Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis, der Arbeitsagentur Gießen sowie das Jobcenter Gießen unterstützt.
Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn will die Kooperation zwischen seinem Ministerium und dem bereits bestehenden XENOS-Projekt intensivieren und die bisherige Arbeit mit den „Integrationslotsen“ stärker einbinden. Er wird die Finanzierung einer mobilen Medienwerkstatt und den Einsatz neuer Medien mit 5000 Euro unterstützen, mit je 2500 Euro befördern die beiden Landkreise dieses Vorhaben. Abschließend waren sich alle Beteiligten einig: „Wir müssen den jungen Menschen helfen. Wir müssen sie fit machen, dass sie einen Schulabschluss und eine Berufsausbildung schaffen.“









