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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Teilnehmer der PodiumsdiskussionBeim Bonner Klimagipfel wollen noch bis Ende nächster Woche Verhandler aus der ganzen Welt neue Regeln für den Klimaschutz ausarbeiten. Eine der 25000 Teilnehmer ist die Gießener Landrätin Anita Schneider. Weil der Landkreis Gießen ein Vorreiter in Sachen Klimaschutz ist, stellte sie auf Einladung des Deutschen Landkreistages im Rahmen eines Podiumsgesprächs die Rolle von Politik und Verwaltung in dem Prozess vor: vom Koordinator und Initiator zum Motivator und Animateur.

 

Landrätin Anita Schneider ging von drei Grundthesen aus. Der Landkreis, sagte sie, könne die für den Datenschutz wichtige Datengrundlage aufarbeiten – das habe er mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept getan. Dabei sei deutlich geworden: Die mit der internationalen Ebene abgestimmten Klimaschutzziele könne der Landkreis nur erreichen, wenn der Energieverbrauch deutlich gesenkt werde. Hinzu kommt der Fokus auf die Wärmeversorgung: Zum einen ist diese ein lokales und dezentrales Thema. Zum anderen fließen rund zwei Drittel der Primärenergie dort hinein. Die neuen Ansätze trügen dazu bei, „dass wir den Ankauf von fossilen Energieträgern, ca. eine halbe Mrd. Euro jährlich, reduzieren und damit zur deutlichen Wertschöpfung in der Region beitragen können“, sagte die Landrätin. 

 

Außerdem, betonte Anita Schneider, sei der Klimaschutz ein Querschnittsthema und treffe nahezu alle wichtigen gesellschaftlichen Bereiche: Energiewirtschaft, Nahversorgung, Mobilität, Freizeit, Lernen, Wohnungswirtschaft, Siedlungspolitik… Die Exzellenz-Förderung des Bundes habe dem Landkreis die Chance gegeben, diese Bereiche beim Aufstellen des Masterplans miteinzubeziehen – inklusive konkreter  Projekte für die nächsten Jahre. Sei es das Initiieren von Nahwärmenetzen in der Rabenau oder die Frage, wie Elektromobilität in der Region funktionieren kann.

 

Die Klimaschutzziele, betonte Landrätin Anita Schneider, könnten aber nur gelingen, wenn jeder Bürger mitmache – als Unternehmer, Lobbyist, Handwerker, Vertreter der Energiewirtschaft, Wissenschaftler oder Forscher. Dies zeige auch die gute Arbeit des Kreisbeirates für Energie und Klimaschutz, in der nahezu alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten sind. Wichtig sei es, „Emotionen und Empathie für dieses Thema“ zu wecken.

 

Dies griff bei der Podiumsrunde Scott A. Muller von der Globalen Partnerschaft (GP) für Strategien zur Niedrigemissionsentwicklung (LEDS) auf. Er betonte, finanzielle Mittel und technische Möglichkeiten seien nicht die entscheidenden Faktoren. Viel wichtiger sei die soziale Interaktion. Mit dem Beirat habe der Landkreis Gießen einen sehr guten Ansatz gefunden.

 

Anita Schneider griff zum Bild eines Puzzle-Spiels. „Der Landkreis stellt die Spielfläche und bietet allen Mitstreitern an, ihre Puzzle-Teile einzubringen.“ Interdisziplinär und interaktiv setzten sich alle Akteure mit dem Klimaschutz auseinander. Außerdem koordiniere der Landkreis die Suche nach neuen Puzzleteilen, damit diese von möglichst vielen Mitspielern genutzt werden könnten. Zusammen entstehe so eine Vision für den Klimaschutz für das Jahr 2050. „Der Klimaschutzprozess ist ein interaktives Puzzle, das nur als Gruppenspiel gelöst werden kann.“

 

Dr. Ulrich Mauer vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg betonte, lokale Prozesse wie der im Landkreis Gießen müssten unterstützt werden. Das Land Baden-Württemberg habe ein breites Angebot für Kommunen und Landkreise aufgebaut, das gut und erfolgreich genutzt werde.  Dies bestätigte Moderator Dr. Marcus Andreas vom Forschungs- und Beratungsinstitut „Adelphi“. Baden-Württemberg nehme hier eine Vorreiterrolle ein.

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